Usedom dreht sich im Kreis

#1 von T4[666] , 09.03.2013 10:07

Voller Stolz verkündet man in der OZ den ersten Kreisverkehr auf der Insel Usedom.

Jippi

Doch ist ein Kreisverkehr das Allheilmittel gegen den Stau?
Ich wage es zu bezweifeln.
Gesetz den Fall, der Stau reicht wieder einmal von Wolgast bis Kölpinsee oder von Albeck bis Zinnowitz, was bringt uns da ein Kreisverkehr? Ich denke einmal, nicht viel!
Solange in Wolgast oder viel mehr gesagt UM Wolgast nichts geschieht, wird ein Kreisverkehr auf der B 111 so ziemlich das Sinnloseste sein was es gibt. Doch eine Umgehung die schon im Jahre 2005 geplant wurde, ist noch lange nicht in Sicht. Man munkelt vom Baubeginn 2025. Aber ob wir die dann noch brauchen?
Bis dahin haben wir diese Insel zugepflastert mit Hotels und Ferienresorts und das letzte Eckchen Natur der natürlichen Vorflutung überlassen.
Urlauber werden Mangelware sein und nur die werden überleben die Tiefstpreise halten können.

Zur Zeit kann man diese Stelle, an der nun der Kreisverkehr entstehen soll, mit Tempo 70 durchfahren. Bei einem Außendurchmesser des Kersverkehrs von 21m und somit einem Innendurchmesser von 10m wird hier der gesamte Verkehr auf mindestens 30 Kmh heruntergebremst.

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Ob das nun einen Stau vermeidet oder gar einen bestehenden auflöst?

Hiezu einmal der Beschluss der Gemeindevertretung Koserow:

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Entgegen dem Gutachten, favorisieren sie einen Kreisverkehr.
Warum ist mir Schleierhaft.
Wann Karl,s Erdbeerhof entstehen soll, ist noch nicht bekannt und ob der überhaupt dort baut, weis man auch noch nicht so genau.

Vielleicht wird der Kreisverkehr ein Bauwerk für das Schwarzbuch.


Holzauge sei wachsam

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RE: Usedom dreht sich im Kreis

#2 von Mister T , 09.03.2013 19:36

Im Grunde ist ein Kreisverkehr immer besser und läuft flüssiger als eine Ampelanlage. Ein Kreisverkehr ist aber nur dann sinnvoll, wenn der Stau durch die Ampelanlage entsteht. Wie du schon richtig schreibst, macht ein Kreisverkehr auf Usedom keinen Sinn, weil die Staus nicht durch die Ampelanlagen entstehen, sondern durch die riesen Verkehrsdichte, die hauptsächlich im Sommer besteht. Also....rausgeschmissenes Geld. Und solange das Nadelör Wolgast nicht anders gelöst wird, ändert sich auch nichts mit Staus. Da könnt Ihr bauen, was Ihr wollt. Mein Vorschlag: Wer mit seinem Auto auf die Insel möchte, muss zahlen ( eine Art Vignette, die richtig weh tut ) Gleichzeitig aber muss man den Urlaubern die Möglichkeit geben, auf ein gutes öffentliches Nahverkehrsystem zuzugreifen. Das Ganze könnte man sogar noch weiter spinnen......jede Gemeinde verfügt über Busse und bringt seine Urlauber von einem bewachten Sammelparkplatz vor Wolgast zu seinem Urlaubsziel. Die Gemeinden würden sich eine goldene Nase verdienen und der Stau ist weg. Schaut mal: Wenn ich in den Urlaub fliege, habe ich auch kein Auto und vermisse es nicht einmal.....alles zu Fuß oder mit dem Buss oder Taxi oder Fahrrad. Warum soll das beim Usedomurlaub anders sein. Das ist reine Bequemlichkeit der Urlauber. Die fahren ja selbst zum Netto 100 Meter mit dem Auto. Klar, ist die Idee weit her geholt, aber das Stauproblem wird immer schlimmer. Es kann nicht sein, dass man im Sommer von Trassenheide nach Polen 3 oder 4 Stunden braucht, oder?


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RE: Usedom dreht sich im Kreis

#3 von T4[666] , 10.03.2013 09:01

Zu diesem Thema habe ich einen Brief an einen, auf diese Insel, sehr bekannten Politiker geschrieben.
Er gilt als der Verkehrsexperte im Schweriner Landtag und ist in der Lage gewisse Projekte zu beschleunigen.

Einem Treffen hat er zugesagt und der Termin hierfür steht auch schon fest.
Ich hoffe das ich dort noch einiges reißen kann.

Hier nun der Brief

Ihr Engagement für die Karniner Brücke und für den Kreisverkehr in allen Ehren, doch leider verlieren Sie und Ihre Mannen das Wesentliche aus den Augen.
Die Karniner Brücke ist ein historisches Baudenkmal und sollte auch als solches behandelt und erhalten werden. Ein Wiederaufbau sowie die Wiederherstellung der ehemaligen Bahnstrecke, sehe ich, eher als Geldverschwendung an. Wenn man der Statistik glauben schenken will, wird durch die Preisentwicklung der Bahn, der größte Teil der Bevölkerung eher mit dem eigenen PKW anreisen. Hinzu kommt, dass es auf dieser Insel kein Verkehrskonzept gibt und auch noch nicht vorgesehen ist, was den Urlaubern die gleiche Beweglichkeit wie mit einem PKW bietet.
Das ein Kreisverkehr die sicherste Verbindung zwischen mehreren Straßen ist, kann man nicht von der Hand weisen. Das belegen die Unfallstatistiken klar und deutlich.
Doch was bringt ein Kreisverkehr in Bannemin, Zinnowitz oder Koserow, wenn der Stau von Wolgast bis nach Koserow und noch weiter reicht? Gleiches gilt in Richtung Ahlbeck.
Wenn der Verkehr fließen soll, muss dafür gesorgt werden, dass diese Insel möglichst ohne Barrieren erreichbar wird und auch verlassen werden kann. Weiter ist zu sagen, dass der Durchfluss an Fahrzeugen bei einem Kreisverkehr wesentlich geringer ist, als bei einer Kreuzung. Hierzu ist die Anschaffung von intelligenten Ampelanlagen zwingend erforderlich. Die Rede ist von Ampelanlagen, die den Verkehr leiten und ihn nicht, wie im Moment, stoppen.
Eine intelligente Ampelanlage ist in der Lage, auf den fließenden Verkehr zu reagieren. Sie misst den Verkehrsfluss und unterbricht diesen nicht, wenn sich ein Fahrzeug aus einer Nebenstraße in den Verkehr einordnen will. Sie schaltet sich automatisch ab, wenn es keinen oder nur geringfügigen Verkehr gibt. Sie greift bei Stauproblemen ein und schaltet den Verkehrsfluss frei, der noch in der Lage ist, fließen zu können. Denkbar wären auch Anlagen, die Ausweichmöglichkeiten sowie Staumeldungen für den Verkehrsteilnehmer anzeigen. Auch sollte sie in der Lage sein, Empfehlungen an den Verkehrsteilnehmer, wie zu Beispiel Parkplätze in der Nähe der Bahn oder Bushaltestellen (P + R) zu geben.
Der momentane Zustand der Ampelanlagen auf dieser Insel sieht so aus, dass sie sich zu einem bestimmten Zeitpunkt, meist zwischen 5.00 und 8.00 Uhr einschalten und dann ihr vorgegebenes Programm abspulen. Sinnloses Schalten der Ampelanlagen ist überall auf dieser Insel zu beobachten. Der Höhepunkt des sinnlosen Schaltens ist die Ampelanlage auf der Schlossinsel in Wolgast. Obwohl die Gleise parallel zu der Hauptverkehrsstrasse führen, müssen alle Verkehrsteilnehmer anhalten wenn die Schrankenanlage den Verkehr zur Hafenanlage die von der Hauptspur abbiegt, absperrt. Somit ist von einer Intelligenz der Ampelanlage sowie dessen Programmierer, keine Spur zu entdecken. Selbst jetzt im Winter werden Ampelanlagen betrieben, die auf Grund des geringen Verkehrs sinnlos vor sich hin Schalten.
Ein weiterer Punkt ist, dass an vielen Kreuzungen die Möglichkeit einer Rechtsabbiegespur gegeben ist, aber nicht richtig ausgebaut wurde. Grundsätzlich sollten Rechtsabbiegespuren ohne Ampelanlage funktionieren. Wie die Rechtsabbiegespur in Zinnowitz, könnte auch die Rechtsabbiegespur in Bannemin funktionieren.
Der springende Punkt ist, dass Sie und Ihre Task Force Truppe mit allen Mitteln die Ihnen zur Verfügung stehen, sich für den Bau der Umgehungsbrücke Wolgast einsetzen sollten. Dies sehe ich als eine Grundvoraussetzung zur Bewältigung der Stauprobleme auf der Insel Usedom an.
Da vor einiger Zeit über eine feste Verbindung zwischen der Insel Wollin und der Insel Usedom nachgedacht wurde, könnte auch hier ein wenig Druck auf die Politik der EU nützlich sein. Eine Unterführung der Swina mit der dazu gehörigen Gleisanlage, würde die Verkehrsituation rings um die Kaiserbäder weitest gehend entspannen. Durch die Anbindung der Gleise zwischen Heringsdorf und Swinoujscie wäre die Insel Usedom von Berlin aus auch in 2 bis 3 Stunden erreichbar.
Da zur Zeit auf der polnischen Seite die E 65 (S 3) zwischen Szczecin und Troszin ausgebaut wird und zu 90% fertig gestellt ist, sollte dies für die Kaiserbäder eine sehr interessante Variante sein, über diese Verbindung die Urlauber mit PKW die aus Richtung Berlin kommen, auf die Insel Usedom zu leiten. Die Wegstrecke würde sich zwar um 30 Km verlängern, ist aber durch die neu geschaffenen Umgehungen auf der E 65 wieder innerhalb der Fahrzeit zu kompensieren.

Ihre klare Positionierung und der Ihrer Mitstreiter zu diesen Projekten würden der Verwirklichung derselben, einen großen Schritt voran bringen. Das Sie schon in vielen Fällen eingegriffen und so manches Projekt erfolgreich vorangetrieben haben, wäre es mir eine Ehre, hier mit Ihnen zusammen arbeiten zu können.

Mit den freundlichsten Grüßen


Steffan Brandenburg


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RE: Usedom dreht sich im Kreis

#4 von T4[666] , 02.07.2013 16:19

Es ist fast schon Unerträglich, was jetzt die Herren aus der Hotelbranche von sich geben. Allen voran Herr Seeliger-Steinhoff von der Seetelgruppe.
Wörtlich sagte er:
„Der Erdbeerhof wird einen riesigen Stau verursachen“
Das ich nicht lache.
Peter Drechsler, Chef der Dehoga, legt noch eine Kohle oben drauf.
„Dass durch diese weiter fortschreitende Verbauung der Insel, Gäste nicht mehr wieder kommen werden“.
So ein Schwachsinn aber auch.
Ihr könnt euch den Müll mal durchlesen:



Der Erdbeerhof wird kommen. Die Verträge sind unterschrieben. Alles ist in Papier und Tüten.
Jetzt geht das Gejammer der Hotelbesitzer los.
Anstatt sich an die eigene Nase zu fassen, zeigt man mit dem nackten Finger auf andere.
Wer kann den Kanal nicht voll genug bekommen und baut auf diese Insel immer mehr Hotels und Ferienresorts?
Wer erreicht durch Werbung, dass immer mehr Mensche auf dieser Insel Urlaub machen?
Bestimmt nicht der Erdbeerhof.
Der Erdbeerhof wird die Saison verlängern. Das ist Fakt.
Somit sollte sich jeder Vermieter freuen, dass Herr Dahl auf dieser Insel investieren will.
Allen voran die Hotelbesitzer.
Auf welchem Teil dieser Insel der Erdbeerhof im Endeffekt gebaut wird, ist doch egal, diese Insel hat bisher nur zwei Anbindungen.
Ob die Besucher des Erdbeerhofes sich in Wolgast oder an der Zecheriner Brücke in den Stau einreihen, spielt doch keine Rolle.

Das Problem einer inselweiten Verkehrslösung, ist immer noch nicht in Sichtweite.


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RE: Usedom dreht sich im Kreis

#5 von Mister T , 03.07.2013 11:43

Herr Wehrmann hat vollkommen recht. Außerdem ist doch eher...und das seit Jahren...Swinemünde und seine Märkte der ausschlaggebende Punkt für Staus. Zudem wundert es mich sowieso, dass der Tourismusverkehr durch das enge Wolgast geführt wird und sich bis heute daran nichts geändert hat. Hier sollte man meiner Meinung erst mal ansetzen und z.B. Verbote auf der Insel für Fahrzeuge aussprechen ( außer Behinderte, Einheimische, Handwerker und Versorgungsunternehmen ), die ihre Ziele auf der Insel auch mit öffentlichen Verkehrsmittel erreichen könnten. Wer zum Beispiel nicht nachweisen kann, dass er auf der Insel Urlaub gebucht hat, hat mit seinem Fahrzeug auf der Insel nichts mehr zu suchen. Das wäre erst mal die schnellste und kostengünstigste Lösung und schafft sogar noch weitere Arbeitsplätze. Wenn ich in Urlaub fliege, erwartet mich auch nach der Ankunft erst mal eine Bus- oder Zugfahrt zu meinem endgültigen Zielort. Was soll da so schlimm dran sein?


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