... die Moral von der Geschicht

#1 von Kurdirektor , 29.02.2012 14:06

Das ist eine wissenschaftliche Studie!

Reichtum macht unmoralisch, gierig, rücksichtlos
28.02.2012, 10:17 Uhr

Reich und rücksichtslos? Eine Studie bestätigt dieses Klischee (Quelle: imago)
Reiche Menschen sind eher dazu bereit, moralische und andere Regeln zu brechen. Sie haben weniger Probleme damit als ärmere Menschen, sich zu nehmen, was sie wollen. Forscher der University of California untersuchten die Moralvorstellungen in Ober- und Unterschicht - und kamen zu eindeutigen Ergebnissen.
Im Straßenverkehr gelten Fahrer von "dicken Karren" als rücksichtslos und dreist, und das zu Recht: Reiche Menschen in teuren Autos verletzen die Verkehrsregeln eher als Fahrer von Mittelklassewagen. Zudem lügen Angehörige der Oberschicht der Untersuchung zufolge auch eher als Mitglieder unterer sozialer Schichten, berichten Wissenschaftler im Fachblatt "PNAS". Ihre Begründung: Reiche Menschen haben einfach eine positivere Einstellung zur Gier. Sie finden nichts dabei, sich zu nehmen, was sie haben wollen und verletzen dabei eher gängige Regeln und Moralvorstellungen.
Ausgangspunkt für die siebenteilige Analyse der Forscher um Paul Piff von der University of California in Berkeley war eine ganz einfache Frage: Welche soziale Klasse verhält sich eher unmoralisch - die Oberschicht oder die Unterschicht?
Stoppschild und Fußgänger - kein Grund zum anhalten
Sie testeten das zunächst im Straßenverkehr. An einer viel befahrenen Kreuzung, an der die Vorfahrt mit Stopp-Schildern geregelt ist, beobachteten sie, ob und welche Autos anderen die Vorfahrt nahmen. Die Wissenschaftler notierten Marke und Zustand des Wagens und beurteilten Geschlecht und ungefähres Alter des Fahrers.
Es zeigte sich, dass die Fahrer von Oberklassewagen häufiger die Verkehrsregeln missachteten und andere schnitten. Sie ignorierten auch Fußgänger an einem Zebrastreifen deutlich häufiger als dem Anschein des Wagens nach weniger reiche Leute, zeigte ein weiterer Versuch.


Je reicher, desto gieriger
Die Wissenschaftler vertieften ihre Beobachtungen anschließend mit Hilfe von geplanten Experimenten. Sie ließen zum Beispiel Studenten am Computer einige Aufgaben bearbeiten. Unter anderem sollten sie ihre soziale und wirtschaftliche Position auf einer zehnstufigen Leiter selbst einschätzen und mit dem US-Durchschnitt vergleichen. So wollten die Wissenschaftler die Probanden dazu bringen, sich ökonomisch betrachtet besser oder schlechter zu fühlen als andere Menschen und damit verbunden, eine entsprechende Geisteshaltung einzunehmen.
In einer anschließenden vermeintlichen Pause kamen die Wissenschaftlern mit einem Glas Bonbons zu den Versuchsteilnehmern. Sie sagten, diese seien eigentlich für eine Gruppe Kinder im Nebenraum, aber die Teilnehmer könnten ruhig zugreifen, wenn sie wollten. Dann verschwanden sie für einige Minuten, bevor sie die Probanden zum angeblichen zweiten Versuchsteil baten. Es zeigte sich, dass diejenigen Probanden, die nach eigenem Bekunden einer höheren Schicht angehörten, mehr Bonbons genommen hatten als solche einer unteren Schicht. Weitere Experimente ergaben, dass die reicheren Versuchsteilnehmer auch eher logen oder schummelten, wenn es zum Beispiel darum ging, in einem Spiel Geld zu gewinnen.
Elite setzt gerne Eigeninteresse durch
Piff und seine Mitarbeiter machten sich dann auf die Suche nach einer Begründung für ihre Beobachtungen. Sie fanden, dass reichere Leute Gier in der Regel positiv bewerteten und das dies ihr unmoralisches Verhalten erklärte. Brachten die Wissenschaftler Mitgliedern unterer sozialer Schichten dazu, Gier ebenfalls eher positiv zu bewerten, stieg auch deren Wahrscheinlichkeit, zu lügen oder zu schummeln. Die beobachteten Unterschiede ließen sich nicht durch Alter, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder politische Einstellung erklären, berichten die Forscher weiter.
Jeder habe vermutlich in seinem Leben schon einmal Gier verspürt, schreiben sie. Aber dieses Gefühl sei nicht gleichmäßig über alle sozialen Schichten verteilt. Die Durchsetzung eigener Interessen sei ein bedeutendes Motiv in der Elite der Gesellschaft, und die vermehrten Wünsche, die mit größerem Reichtum und Status einher gehen, könnten Fehlverhalten begünstigen.


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