Die Ahnungslosen

#1 von T4[666] , 30.05.2013 16:29

Oder

„Denn sie wissen nicht was sie tun“

Hoteliers offen für Betriebsräte OZ von heute



Ich weiß nicht in welcher Welt so manche Hoteliers leben. Fern der eigentlichen Realität, werden Dinge verkündet, die mit der normalen Arbeitswelt in Hotel und Gaststättenwesen nicht mehr in Verbindung stehen.
Offen kann man für alles sein. Das heißt aber nicht, dass dann ein Betriebsrat auch durchgesetzt wird.
Hören wir doch einmal den Leuten zu!
Herr Raffelt, hätte nichts dagegen.
Herr Adler, hält es eher für unsinnig.
Herr Römer, sagt nicht ob es in seinem Unternehmen so was gibt.

Zu vernuten ist, dass keiner der drei auch nur ansatzweise Unterstützung geben würde, einen Betriebsrat zu gründen.

Interessant wird es, wenn man diese Leute nach den Gründen des Arbeitskräftemangel fragt b.z.w. ihre Meinung hierzu anhört.
Hier möchte ich die Worte des Herrn Hans Jürgen Merkle vorweg nehmen.
Das es auf Usedom nur einen Betriebsrat gäbe, könne nur daran liegen, das alle zufrieden sind oder Angst haben.
Herr Adler sagt:
Jeder hat die Wahl, wo er arbeiten möchte, es wird überall gesucht.
Überall gesucht? Was heißt das oder was soll das bedeuten?
Wenn „Überall“ der gleiche Hungerlohn gezahlt wird, ist es doch egal wo man arbeitet, oder?
Gibt es Lohnabsprachen zwischen den einzelnen Arbeitgebern in der Gaststätten und Hotelbranche?
Wenn nun „Überall“ gesucht wird, muss man doch denken, dass keiner da arbeiten möchte und somit die Leute Angst haben einen Betriebsrat zu gründen. Oder anders ausgedrückt, einen Betriebsrat kann man eigentlich nur gründen wenn es ein gewisses Stammpersonal gibt. Dies scheint es in den meisten Gastrobetrieben nicht zu geben.

Bezeichnend ist, so Finanzausschussmitglied Merkle, dass es im Land mit Abstand den schlechtesten Tariflohn gäbe, dar sogar 10% unter dem von Sachsen-Anhalt läge.

Nun Herr Römer, auch wenn sie ihre Mitarbeiter über Tarif bezahlen, heißt das nicht automatisch das sie davon auf dieser Insel leben können.

Zum Abschluss noch eine Meinung eines Insiders aus Fatzebock.

Michael Zimdars
Arbeitskräftemangel auf Usedom - hieß es heute im Radio.
Hier dazu nun mein Beitrag:
Sprach gerade mit einem Freund, der heute ein Bewerbungsgespräch als Kellner in einem renomierten Hotel auf Usedom hatte. Das erste, was man ihm als Fachkraft mit 10 Jahren Berufserfahrung erzählte, war, dass in diesem Betrieb anders als in allen anderen 0815-Betrieben gearbeitet wird. Warum? - Na vermutlich, um ihn ersteinmal von seinen "horenden" Gehaltsvorstellungen abzubringen, hatte er doch wahrhaftig von 1300 Euro Netto gesprochen - vorgeschlagen hatte man ihm dann 1500 Brutto - wie nett, zumal man ihm noch 20 Tage Urlaub versprach (auch wenn der Gesetztgeber 24 vorschreibt).
Aber wir haben ja in der Gastronomie eh sehr viele Freiheiten. Bei unseren 10 bis 12 Stundentagen - für die wir, wenn wir Glück haben, im Sommer mit pro Woche einem freien Tag belohnt werden - dürfen wir unsere Überstunden ja abbummeln - im Winter vielleicht, ausser wir werden vorher entlassen. Gott sei Dank hat ja die Hure der Arbeitgeber - die Dehoga - es geschafft die Grenzen des Arbeitsmarktes nach Osten zu öffnen, da kann man wieder Löhne zahlen, die den vierten Mercedes in der Garage möglich machen. Aber wahrscheinlich wissen die Arbeitgeber hier nicht wie es ist auf einer Tourismusinsel zu leben, wo kaum bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung steht, weil alles mit Ferienwohnungen zugeschissen wird. Oder, dass der Sprit mittlerweile soviel kostet, das zur Arbeit fliegen günstiger wäre. Aber was machen wir? Wir gehen im Winter ins Ausland und racken dort auch noch ne Saison weg, um dann im Sommer wieder hierher kommen zu können, weil wir unsere Heimat eigentlich nicht verlassen wollen - bis auf die, die nicht zurückkehren und sich alle fragen warum hier bald nur noch alte Menschen leben und niemand mehr Arbeitskräfte findet.
So an alle Arschlöcher da draussen: fangt endlich an die Leute vernüftig zu bezahlen - gutes Geld für gute Arbeit - und denkt dabei auch daran, die wirtschaftliche Preissteigerung, die ihr jedes Jahr auf eure Kunden und Gäste umlegt, auch mal zu investieren nämlich in eure Mitarbeiter damit diese und auch ihr davon profitieren könnt.
Ich für meinen Teil bleib wohl auch nächste Saison noch von der Gastronomie fern, denn mein jetziger Chef weiß was er an mir hat - eine zuverlässige Fachkraft, mit hohem Kenntnis- und Fähigkeitsniveau, die für ihr gutes Geld richtig gute Arbeit leistet.

Gern dürft ihr dies auch teilen, vielleicht erreicht es dann auch mal jemanden, der genug Verstand hat darüber nicht angepisst zu sein, sondern etwas zu ändern bereit ist.

Und jetzt Herr Adler:
Dafür gibt es Lohnverhandlungen. Wenn wir der Meinung sind, Mitarbeiter erbringen die Leistung, werden sie danach bezahlt.


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011

zuletzt bearbeitet 30.05.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#2 von Müllermilch , 30.05.2013 17:56

Dem gibt es nichts, aber auch gar nichts zuzusetzten. Ich sehe es zu 100% genauso. Auch ich hatte einen Arbeitgeber, der 3x im Jahr in Urlaub gefahren ist, ich im Gegenzug mit guten 900,00 € netto (1.200,00 € brutto) monatlich nach Hause gegangen bin, und dazu noch Wohngeld beziehen mußte, um von dem Lohn leben zu können. Ich konnte mir mit meiner Familie nie einen Urlaub leisten. Ich bin Krankenschwester und arbeitete dort als Arzthelferin. Und da ich stets sehr gute Arbeit geleistet habe, und die Praxis bezüglich der Patienten mehr als voll war, meinten die Patienten oft genug zu mir, dass ich ja bestimmt sehr viel Geld verdienen würde für meine viele und sehr gute Arbeit. Große Augen sah ich dann immer, wenn ich den Patienten darauf sagte, dass ich so viel Geld für meine sehr viele und sehr gute Arbeit bekam, dass ich zusätzlich noch Wohngeld beziehen mußte. Die Patienten konnten es nie glauben.
Und bezüglich Gastgewerbe wird hier in MV so viel Geld gemacht. Und die, die einen riesen Anteil am erarbeiteten Reichtum der Arbeitgeber haben (nämlich der kleine Arbeitnehmer), müssen zum Teil noch Harz 4 als Zuschuß beantragen, um leben zu können.

Hier ist irgendwie mal was bei den Großen noch nicht angekommen. Daher hier mal was zum Nachdenken für alle Bosse.: Der Urmensch ist sammeln und jagen gegangen, um davon seine Familie zu ernähren. Wenn man das mit heute vergleicht, dann bedeutet dass, dass man arbeiten geht (früher sammeln und jagen), um davon zu leben und (so wie früher die Urmenschen) die Familie zu ernähren.

Viele Arbeitgeber scheinen da heute was zu verwecheln und zu verdrehen, da sie scheinbar denken, man lebt, um zu arbeiten. Nein, Arbeit ist dazu da, um von dem gerechten Lohn für seine abgelieferte Arbeit sein Leben zu unterhalten.

Arbeit ist heute zum Teil moderne Sklaverei.

Also her mit dem Mindestlohn, damit diese Ausbeutung und Sklaverei endlich aufhört. Gerechter Lohn für die abgelieferte Arbeit.


xxx

Müllermilch  
Müllermilch
Beiträge: 12
Punkte: 35
Registriert am: 20.04.2013


RE: Die Ahnungslosen

#3 von Mister T , 31.05.2013 06:48

Das sage ich schon lange....her mit dem Mindestlohn, obwohl ich Arbeitgeber von 10 Mitarbeitern bin. Denn das Problem, das ICH habe ist, dass viele meiner Wettbewerber Billiglöhner einstellen, die von meinen Steuern zusätzlich subventioniert werden müssen, wei ihnen der Lohn nicht reicht, um mir damit gleichzeitig Konkurrenz zu machen. Sowas darf es nicht geben, wenn ich meine Mitarbeiter übertariflich bezahle und die Wettbewerber die Löhne drücken, um günstigere Angebote abgeben zu können.Und.....7,50 € oder 8,50 € in der Stunde ist für mich kein Mindestlohn. Das ist eine Frechheit. Unter 10 € arbeitet bei uns nicht mal mehr eine Putzfrau. Genauso Leiharbeit....das ist die größte Sauerei. Die Leiharbeitsfirmen verlangen heute bis 40 € die Stunde für einen Facharbeiter....und was bekommt der Facharbeiter von den 40 €uro ? 7,50 € - 9,00 €....mehr nicht. Und dann will man einen guten Leiharbeiter fest einstellen, aber das geht nur, wenn man ihn abkauft, oder er mindestens ein halbes Jahr dem einstellenden Betrieb fern bleibt.
Andererseits für diejenigen Arbeitnehmer, die aus Neid argumentieren, dass ihre Arbeitgeber 3 mal im Jahr in den Urlaub fahren, oder den 3. Mercedes in der Garage haben, sei folgendes gesagt: Der Unterschied ist, dass wir die komplette Verantwortung für den Betrieb und die Mitarbeiter haben, gegenüber der Bank, den Kundenreklamationen und dem Finanzamt Rede und Antwort stehen müssen. Ihr geht nach Feierabend nach Hause....wir müssen Angebote schreiben, Buchhaltung machen und weiter planen, der schlechten Zahlungsmoral der Kunden hinterher springen, damit wir alle zusammen Arbeit und somit Geld haben. Sicherlich müssen anständige Löhne bezahlt werden....sich aber hinzustellen und pauschal zu sagen, die Arbeitgeber sind Ausbeuter und Kapitalisten, ist der falsche Weg. Es ist doch legitim, dass ein Arbeitgeber dafür mehr Geld in der Tasche hat, als seine Mitarbeiter.


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013


RE: Die Ahnungslosen

#4 von Müllermilch , 31.05.2013 15:48

Das ist völlig ok, wenn der Arbeitgeber für seine Verantwortung etc. mehr Geld bekommt. So war das auch nicht gemeint. Ich findes es nur eine Frechheit, wenn viele (zum Glück gibt es Ausnahmen - leider nur wenige) Arbeitgeber von ihren Arbeitnehmern Unmögliches verlangen (ich habe zum Beispiel 2x jeweils 1 Jahr für 2 Ärzte in dieser völlig überlaufenen Praxis gleichzeitig gearbeitet - üblich sind in der Regel 2 Schwesten auf einen Arzt - d.h. ich habe die 4- fache Arbeit geleistet, aber nur für einen halben Arbeitnehmer Lohn bekommen, nämlich brutto 06,92 € die Stunde). Und es ist kein Neid, wenn er dann auch 3x im Jahr in Urlaub fährt, sich einen Mercedes kauft, ... . Nur bin ich der Meinung, dass auch ich als Arbeitnehmer ein Recht habe für meine Arbeit gerecht belohnt zu werden. Und nicht, das der Arbeitgeber sich sämtlichen Luxus gönnt, und ich kleiner Arbeitnehmer noch zum Amt laufen muß, weil ich nicht gerecht entlohnt werde. Übrigens, auch in meinem Urlaub habe ich gearbeitet (Blumen in der Praxis gegossen, Zeitung und Post aus dem Briefkasten rausgeholt, und schon sortiert, damit es gleich losgehen kann, wenn die Herrschaften wiederkommen...).


xxx

Müllermilch  
Müllermilch
Beiträge: 12
Punkte: 35
Registriert am: 20.04.2013


RE: Die Ahnungslosen

#5 von T4[666] , 31.05.2013 17:03

Müllermilch) Also her mit dem Mindestlohn,
Mister T) Das sage ich schon lange....her mit dem Mindestlohn


Mindestlohn? Was bringt uns das?
Schafft es Arbeitsplätze? Nein, im Gegenteil, es wird viele Arbeitsplätze vernichten und zwar die die alle auf Niedriglohnbasis aufgebaut wurden. Befreit er die Arbeitnehmer von der Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren? Nein. Sichert er den Menschen dieses Landes eine mindest Existenz? Auch nicht. Verhindert Mindestlohn, dass immer mehr Arbeit von immer weniger Menschen erledigt werden muss? Wird dadurch nicht der psychisch Druck auf den Arbeitnehmer gesteigert. Was dann wiederum noch mehr Mobbing zur Folge hat. Also was soll Mindestlohn bringen?
Für den Arbeitgeber ist es natürlich eine feine Sache. Eine feste Größe der Ausgabe die er berechnen und bei seinen Ausschreibungen berücksichtigen kann, da auch alle anderen dieselben Ausgaben haben. Wer soll dann Verhindern, das es Arbeitnehmer gibt die aus Not oder Geldgier, weit unter dem Mindestlohn arbeiten gehen. Wie groß soll diese Institution sein, die das kontrolliert? Würde das nicht die Schwarzarbeit ins unermessliche steigen lassen?

Mindestlohn ist der falsche Weg.
Schon einmal was vom BGE gehört?
BGE - Bedingungsloses Grundeinkommen.
Jeder bekommt so viel Geld, das er bequem davon Leben kann. Ohne arbeiten gehen zu müssen.
Also Harz 4 für alle, nur ohne Repressalien. Ohne Bespitzelungen. Ohne ständig irgendwelche Vorstellungsgespräche erfinden zu müssen. Und, und, und.
Und jeder kann soviel dazu verdienen wie er will. Der Lohn wird dann natürlich verhandelt. Dem Arbeitgeber bleibt es dann überlassen ob er einen für 3€ oder einen für 7€ die Stunde einstellt. Dem Arbeitnehmer bleibt es natürlich auch überlassen, ob er für 3€ oder für 7€ die Stunde arbeiten geht. Das heißt, dass Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf Augenhöhe miteinander diskutieren.
Jetzt warte ich auf das Argument, „Keiner würde dann noch arbeiten gehen“.
Aber hier wollte ich eigentlich nicht hin.

Mister T) Andererseits für diejenigen Arbeitnehmer, die aus Neid argumentieren,

Es ist nicht Neid. Es ist die Ohnmacht derer die immer in den Arsch gekniffen sind.
Wenn ein Betrieb den Bach herunter geht, ist es immer der Arbeitnehmer der am Ende auf der Strasse liegt. Der Arbeitgeber hat sein Vermögen schon längst in Sicherheit gebracht. Sei es das er seiner Frau sein Vermögen überschrieben hat oder in die Schweiz oder nach Luxemburg transferierte. Das bisschen was er verliert sind nur wertlose Gegenstände. Private Insolvenz und schon ist das Leben wieder schön.

Mal eine kleine Episode aus meinem bisherigen Arbeitsleben.
Vorarbeiter bei einer Firma für Sägen und Bohren von Beton.
Arbeitsmittel die schon Uralt waren aber ihren Dienst noch taten.
Deutschland weit gearbeitet.
Unterkünfte vom Chef besorgt, in die man nicht einmal ein Schwein hausen lassen würde.
Sommer wie Winter immer draußen gearbeitet und das mit Wasser zum kühlen der Maschinen.
Plötzlich keine Lohnzahlungen mehr aber einen neuen BMW für den Chef.
Nach 2 Monaten selbst gekündigt weil immer noch kein Lohn kam.
Anzeige beim Arbeitsamt wegen Insolvenzverschleppung.
Konnte nicht nachgewiesen werden da Insolvenz angemeldet wurde aber wir als Arbeitnehmer davon nichts wussten.
Summa summarum 10 000 DM in den Sand gesetzt.
Insolvenzmassen so gering, da Maschinen schon abgeschrieben waren, so das beim Verkauf nichts dabei heraus kam.
Bei der Verhandelung vor dem Gericht in Stralsund erschien der Beklagte gar nicht.
Titel gegen ihn erwirkt und Gerichtvollzieher auf ihn gehetzt. Brachte nichts, da alles was ihm einmal gehörte (Haus mit Swimmingpool und Riesen Garten, Autos – insgesamt 3 und eine zweite Firma, auf den Nahmen seiner Frau eingetragen waren.
Hat dann private Insolvenz angemeldet und Ruhe vor meinem Gerichtsvollzieher.
Das ganze ist jetzt 20 Jahre her und wer war nun der Angeschissenen?
Ich und kein Anderer. Kein Geld kein Job, das war das Ergebnis.
Ach so und auf den Ausgaben für den Gerichtsvollzieher blieb ich auch noch sitzen.

Mister T) Es ist doch legitim, dass ein Arbeitgeber dafür mehr Geld in der Tasche hat, als seine Mitarbeiter.

Wie weit geht diese Legitimation?
Ist es richtig, dass ein Vorstandsmitglied 17 Millionen im Jahr verdient oder noch mehr?
Die Bundeskanzlerin bekommt nur 290 000€ im Jahr.
Wer hat denn nun die größere Verantwortung?


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011

zuletzt bearbeitet 31.05.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#6 von Müllermilch , 31.05.2013 17:25

Wie weit diese Legitimation geht ist sicher eine Frage. Und das wird auch stets Betrachtungsweise sein. Aber jeder soll mindestens so entlohnt werden, dass er nicht noch zusätzlich zum Amt muß, sondern von seinem gerecht bezahlten Lohn leben kann.


xxx

Müllermilch  
Müllermilch
Beiträge: 12
Punkte: 35
Registriert am: 20.04.2013


RE: Die Ahnungslosen

#7 von T4[666] , 31.05.2013 18:48

Das ist Sinn und Zweck des BGE.


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011


RE: Die Ahnungslosen

#8 von Mister T , 01.06.2013 07:50

gerecht bezahlter Lohn....was ist gerecht? Gerecht ist, dass leistungsbezogen bzw. leistungsgerecht bezahlt wird. Es kann doch nicht sein, dass ein fauler Hauptschüler, der gerade so den Abschluss geschafft hat, nachher genau soviel verdient, wie jemand, der sich schon in der Schule den Arsch aufgerissen und sich ein Wissen angeeignet hat. Es kann doch nicht sein, dass permanente Blaumacher genauso viel verdienen, wie fleißige Kollegen, die nicht zuhause bleiben, weil ihre Nase läuft, oder weil sie am Sonntag zuviel gesoffen haben, oder weil sie einfach keine Lust haben zu arbeiten. Unfähige und faule Arbeitnehmer gibt es genauso viele, wie gierige Arbeitgeber, wenn nicht noch mehr. Nur....wie will man sie anfangs von guten und fleißigen unterscheiden? Wenn der Betrieb es her gibt, kann ein Manager sehrwohl Millionen verdienen. Der Umkehrschluss ist, wenn er Fehler macht, die Geld kosten, weil er seine Hausaufgaben nicht gemacht hat, muss er finanziell genauso in Haftung genommen und belangt werden. Und das ist der Punkt der Gerechtigkeit. Man sollte nicht nur auf den Arbeitgebern herum hacken, sondern auch mal überlegen, was bei vielen Arbeitnehmern falsch läuft. Und.... wieviele Arbeitnehmer gibt es, die nicht um ihren Lohn verhandeln können, weil sie sich nicht trauen, oder sich nicht geschickt ausdrücken können, aber dennoch spitzenmäßig arbeiten. Ein Arbeitgeber wird nicht hergehen und diesen Leuten automatisch mehr Lohn zahlen. Diejenigen Arbeitnehmer, die sich gut verkaufen, sind klar im Vorteil. Das ist wie mit Kundschaft....die ich überzeugen muss, dass meine Produkte besser sind, als die vom Wettbewerb, damit sie meine Produkte kaufen. Das ist vergleichbar. Und diejenigen, die bisher keinen Mindestlohn bezahlt haben, sind nachher weg vom Fenster. Sie haben jahrelang die Preise kaputt gemacht, ihre Mitarbeiter unterdrückt, Geld verdient wie Dreck und das soll sich damit rächen. Natürlich gehen dabei auch Arbeitsplätze verloren, aber das ist überschaubar. Arbeitnehmer werden immer gebraucht und wenn sich einer gut verkauft, bekommt er auch einen anständigen Job und einen anständigen Lohn.
Alle müssen sich Gedanken machen....nicht nur die Arbeitgeber.
Und wenn hier jemand von Urmenschen schreibt, die gejagt haben um zu überleben: Die Urmenschen, die sich beim Jagen geschickter und schlauer angestellt haben und fleißig zum Jagen gegangen sind, hatten immer mehr zu essen, als die Ungeschickten und Faulen....das war damals schon so...und so läuft es heute mit dem Geld auch.


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013


RE: Die Ahnungslosen

#9 von T4[666] , 01.06.2013 16:47

Wo beginnt Faulheit und wo fängt das fleißig Sein an?
Wer entscheidet wer faul und wer fleißig ist?
Wird der Mensch unter diesen Kriterien nicht stigmatisiert?
Alle wollen Individuen sein, werden aber in ihrer Leistungsfähigkeit über einen Kamm geschoren. Wir werden von den Arbeitgebern zu Robotern gemacht und auch von solchen ersetzt.
Vor dem Gesetz sind alle gleich. Vor dem Arbeitgeber nicht.
Wenn dem Arbeitgeber die Nase eines seiner Mitarbeiter nicht passt, kann der der fleißigste in seiner Firma sein, der wird nie eine Gehaltserhöhung bekommen.
Oder ein Arbeitnehmer kritisiert den Arbeitgeber, was denkt ihr was dann passiert?
Drangsalieren, Intrigieren, Schikanieren, das ist die böse Fratze des Mobbing. Bossing heißt eine besonders belastende Variante dieses psychischen Drucks am Arbeitsplatz. Dann nämlich ist es der Chef persönlich, der den Mitarbeiter schlecht behandelt.
Da nun der Chef aller Chefe auch der Boss aller Bosse ist, hast du als Arbeitnehmer ganz schlechte Karten.
Pink Floyd hat einmal die Menschen in drei Kategorien eingeteilt.
(http://www.youtube.com/watch?v=JprMY2DBHMo)
Schweine, Schafe und Hunde.
Schweine sind die die mit allen Mitteln sich gegenüber den Anderen einen Vorteil erschaffen.
Schafe lassen alles mit sich machen.
Hunde beißen wenn ihnen etwas nicht passt und werden meistens dafür geschlagen.
Schönes Sprichwort hierzu:
Wenn man einen Hund schlagen will, einen Knüppel findest du immer.

Hier noch einmal die Aussage des Herrn Adler:

Wenn wir der Meinung sind, Mitarbeiter erbringen die Leistung, werden sie danach bezahlt.

Wenn wir der Meinung sind

Alles klar oder?

Mister T
Ungeschickt und Faul würde ich nie miteinander verbinden.


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011

zuletzt bearbeitet 01.06.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#10 von Mister T , 03.06.2013 10:28

das würde ich auch nicht verbinden wollen. Da gibt es nur und/oder. Eben um das geht es doch.....Herr Adler:" wenn Wir der Meinung sind!!!" Deshalb muss ja der Mindestlohn auch her. Dann kann er der Meinung sein, wie er will.....er muss den Mindestlohn zahlen.
Ich weiß ja nicht, was für traumatische Jobs Du bisher gehabt hast....aber zum größten Teil läuft das anders, als Du es darstellst.


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013


RE: Die Ahnungslosen

#11 von Mister T , 03.06.2013 13:02

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Vor dem Arbeitgeber nicht.


Vor dem Gesetzt sind wir als Menschen alle gleich. Das ist auch gut so......bei der Arbeit, oder im Alltag ist das eben anders. Da gibt es imense Unterschiede...die hat es aber schon immer gegeben. Behandelst DU immer alle Menschen gleich? Ich glaube nicht. Banales Beispiel: Ich gebe einer Bedienung 2 Euro Trinkgeld, weil sie freundlich und nett war. Warum soll ich einer anderen Bedienung, die unfreundlich und knurrig ist, Trinkgeld geben? Würdest DU das machen? Es haben beide den gleichen Job....aber.....der Eine hat kapiert, worauf es in diesem Job ankommt, der Andere nicht. Also: Hat die freundliche Bedienung mehr Geld und Anerkennung. Und so, oder ähnlich ist es bei der Arbeit und im Alltag....willkommen im Leben


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013

zuletzt bearbeitet 03.06.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#12 von T4[666] , 05.06.2013 18:42

Ist nun der Mindestlohn, nicht genau das was du anprangerst?
Leistungsbezogene Bezahlung ist genau das Gegenteil eines Mindestlohnes.
Der, der was leistet, soll mehr Lohn erhalten wie der, der nicht in der Lage ist (egal aus welchen Gründen auch immer) diese Leistung zu erbringen? Und diese Entscheidung, wer wie viel Geld bekommt, unterliegt einzig und allein dem Arbeitgeber?
Ja es sind Extremfälle die ich hier angeführt habe. Doch leider selbst erlebt. Könnte auch von positiven Fällen berichten, die aber nicht das ausdrücken was in diesem Staat/Arbeitswelt abläuft. Firmenbesitzer wie du (und ich weiß das du es so meinst wie du es hier so schreibst) sind in Deutschland Mangelwahre.
Es geht hier ums Geld. Um richtig viel Geld. Der Mensch in all seinen Eigenschaften zählt in nur so weit, wie er diesem Gewinn beisteuern kann. Einem Gewinn aus dem nur noch wenige und in Zukunft immer wenigere einen Nutzen ziehen. Der normale Mensch bleibt auf der Strecke.
90% des Reichtums dieser Erde sind im Besitz von 10% der Bevölkerung dieser Erde.
Sollte es nicht genau anders sein? Sind denn diese 90% Fauler als die, die diese 90% besitzen?
Anscheinend, JA. Sie kaufen sich das 10te Auto weil Papa an der Börse einmal richtig gut spekuliert hat. Oder weil er einen Betrieb in den Konkurs getrieben hat, um diesen, in seine Einzelteile zerlegt, dann Gewinnbringend weiter zu verkauften.
Solange der Mensch mit Geld, Geld verdienen kann, läuft etwas schief auf dieser Welt.

Natürlich würde ich einer Kellnerin Trinkgeld geben wenn sie Nett und Höflich ist.
Sollte sie es nicht sein, heißt es aber nicht automatisch, dass sie nicht begriffen hat worum es geht. Hier solltest du andere Faktoren, die dir als Gast verborgen bleiben, mit einbeziehen.
Kurzes Beispiel.
Fröhlich vergnügt kommt die Kellnerin zur Arbeit. Freut sich auf den Tag und auf die zu erwartenden Trinkgelder. Nach dem Umziehen wird sie zum Chef zitiert, der sie erst einmal fürchterlich zusammenbrüllt, weil sie am Abend zuvor vergessen hat einen Aschenbecher zu reinigen. Der Chef hat absolut miese Laune, da seine Frau seinen schönen Mercedes zu Schrott gefahren hat. Dies muss er irgendwo ablassen. Seiner Frau gegenüber darf er das nicht, weil sie die Besitzerin der Gaststätte ist. Somit muss nun die Kellnerin herhalten, da sie das letzte Glied in der Kette, also der Arsch ist, auf dem man immer rumkloppen kann.
Die andere Kellnerin die auch im derselben Gaststätte arbeitet, kommt erst zur Spätschicht. Der Chef hat sich abgeregt und sie bekommt von all dem nicht mit. Sie hat absolut gute Laune und das spüren auch die Gäste. Sie bekommt reichlich Trinkgeld. Nach der Arbeit muss sie zum Chef, der ihr offeriert, das sie ab Heute das Trinkgeld nicht mehr allein behalten darf, da alle anderen, die dort arbeiten, ihren Anteil an diesem Trinkgeld geleistet haben und somit allen zusteht, etwas von dem Trinkgeld abzubekommen.
Somit wird das Trinkgeld aufgeteilt und der Chef bekommt das meiste da er doch die Verantwortung für alles trägt.

Ich könnte jetzt auch noch andere Geschichten erfinden.
Welche Faktoren im Ende nun zu der miesen Laune der Kellnerin führten, sind völlig banal. Im Endeffekt ist es fast immer das Umfeld was sich im Verhalten einer Kellnerin (eines Angestellten) widerspiegelt.
Absolut schlechte Arbeitsbedingungen, Miese Bezahlung, Beschissener Chef, Mobbende Arbeitskollegen, Ärger zu Hause und, und, und.
Kannst dir was aussuchen.


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011


RE: Die Ahnungslosen

#13 von Mister T , 06.06.2013 15:43

Mich würde interessieren....wenn DU im Lotto ein paar Millionen gewinnen würdest, was würdest Du mit dem Geld machen???


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013


RE: Die Ahnungslosen

#14 von Mister T , 06.06.2013 15:49

Zm Thema Mindestlohn: Klar soll derjenige, der mehr auf der Kirsche hat auch mehr Geld bekommen. Es geht mir ja lediglich um die Grundsicherung der Arbeitnehmer, andersrum geht es mir als Arbeitgeber um meinen Wettbewerb, wie ich schon geschrieben habe. Was meinst du, was unter den Mitarbeitern los wäre, wenn ein Kollege, der aus welchen Gründen auch immer, seine Leistung nicht bringt, aber er trotzdem soviel verdient, wie seine fleißigeren Kollegen....dann geht doch das Mobbing erst recht los.

Aber egal. Lassen wir es. Eigentlich hat diese Diskussion in diesem Forum nichts zu suchen, oder?


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013


RE: Die Ahnungslosen

#15 von Kurdirektor , 06.06.2013 20:24

Mister T. Du sprichst mir aus der Seele.
Fakt ist: Es gibt Generäle, Offiziere, Unteroffiziere und Soldaten. Es gibt Professorn, Doktoren, Ings, Meister, Facharbeiter und Ungelernter.
Es gibt Korrifähen, Geniale, Weise, Kluge.......halbe und komplette Idioten.
Für alle gab und gibt es eine gestaffelte Entlohnung. Anders geht es nicht.
In dieser ganzen Disku hier ist der Ausgangspunkt verschwafelt worden. Logisch muss es Persoräte geben. Logisch muss leistungsbezogen entlohnt werden.
Logisch brauchen wir Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Mitbestimmung ist DER tragende Teil unserer Demokratie, unserer Gesellschaft. Aber offenbar ist es unbequem,
sich für den Erhalt dieses Systems einzusetzen.

Wir erleben es doch bei possenheide.de. In unserem Nest kennt uns jeder. Alle sagen, dass es gut ist was wir tun. Jedoch wenn es darum geht, sich öffentlich zu äußern, sich an unsere Seite zu stellen, wird aus der Latte ein Schniepel.


Wir handeln aus Überzeugung!

Kurdirektor  
Kurdirektor
Beiträge: 308
Punkte: 1.135
Registriert am: 21.02.2012


RE: Die Ahnungslosen

#16 von T4[666] , 07.06.2013 15:59

Ursprünglich ging es um Persoräte, das ist in so soweit richtig. Das eigentliche Anliegen war, das die Gastrofutzis im Grunde genommen keinen Persorat haben wollen. So die Quintessez ihrer Aussagen.
Die zweite Ihrer Aussage war.
Das sie allein bestimmen wollen, wer für die gleiche Arbeit wie viel verdienen soll und das erschien mir eigentlich der wichtigste Teil Ihrer Aussage gewesen zu sein.
Persorat hin, Persorat her, wir haben in Possen/Trassenheide jetzt auch so was ähnliches, nämlich eine Persofrau. Und? Hat sich etwas für die Mitarbeiter geändert? Nein! Nichts! Alles ist so geblieben wie es ist.
Weiterhin bringen Persoräte nichts wenn es kaum ein Stammpersonal gibt oder wenn nur Saisonkräfte oder fast nur Lehrlinge beschäftigt werden. Somit denke ich, ist die Aussage der dort Angeführten, so wie so nur sinnlose Diskussion gewesen.
Mein Hauptaugenmerk lag von vornherein auf Bezahlung der Mitarbeiter im Gastrobereich.
Das Gejammer der dort Angeführten, das sie kaum Personal finden, klingt jedem noch im Ohr und ist aus dem Beitrag auch wieder herauszulesen. Warum sie kein Personal finden, begreifen sie einfach nicht. Aus diesem Grund habe ich auch den Brief des Herrn Zimdars, den er auf Fatze gepostet hatte, mit eingefügt.

Kurz zum Mindestlohn.
Mindestlohn bringt nur dem etwas, der Arbeit hat. Das werden nach dessen Einführung weniger sein als bisher. Das heißt, dass die Massen der Menschen nichts vom Mindestlohn haben.
Wichtiger währe und da sollten sich alle einig sein, die Abschaffung aller Niedriglohnsektoren. Das ist das was diesen Staat und vor allen den Mittelstand kaputt macht.
Außerdem ist die konsequente Durchsetzung der Demokratie, somit gleicher Lohn für gleiche Arbeit, was bis heute gegenüber den Frauen immer noch nicht durchgesetzt ist, eine Grundvoraussetzung.
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit, wird aber immer noch von den Arbeitgebern abgelehnt, denn warum soll ein Fauler, so wie sie gern genannt werden, soviel verdienen wie ein Fleißiger?

Was würde ich machen mit einem Lottogewinn von mehreren Millionen?
Frag mich mal wenn ich sie habe.
Ansonsten, erst einmal dich einladen und ein par Bierchen zischen.


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011


RE: Die Ahnungslosen

#17 von Kurdirektor , 07.06.2013 20:17

Ich wünsche Dir den Sofortgewinn...


Wir handeln aus Überzeugung!

Kurdirektor  
Kurdirektor
Beiträge: 308
Punkte: 1.135
Registriert am: 21.02.2012

zuletzt bearbeitet 07.06.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#18 von Mister T , 08.06.2013 10:14

ich auch .....nicht gleicher Lohn für gleiche Arbeit, sondern gleicher Lohn für gleichviel Arbeit


bleibt stark

Mister T  
Mister T
Beiträge: 183
Punkte: 785
Registriert am: 12.01.2013

zuletzt bearbeitet 08.06.2013 | Top

RE: Die Ahnungslosen

#19 von T4[666] , 08.06.2013 20:33

Bei einer Kellnerin?

Ich denke auch ohne Lottogewinn, sind mal so 2 -30 Bierchen drinn oder?


Holzauge sei wachsam

T4[666]  
T4[666]
Beiträge: 390
Punkte: 1.506
Registriert am: 23.12.2011

zuletzt bearbeitet 08.06.2013 | Top

   

11 Millionen Arbeitslose
Sommerkino

Xobor Forum Software ©Xobor.de | Forum erstellen